herrengedeck_header_1100x220

ANTRAG ZUR MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2019 DER BSG CHEMIE LEIPZIG

29.04.19 in News

Chemie Leipzig Herrengedeck

Zur ordentlichen Mitgliederversammlung am 29. Mai 2019 stellt Herrengedeck den Antrag, dass sich die BSG Chemie Leipzig bezüglich der Landtagswahlen des Freistaats Sachsen für eine Unterstützung weltoffener, toleranter und pluralistischer Politik ausspricht und rechtspopulistischen Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) eine deutliche Absage erteilt.

Antrag:
Der Vorstand wird verpflichtet, sich vor der Landtagswahl am 1. September 2019 im Namen des Vereins BSG Chemie Leipzig für eine Unterstützung weltoffener, toleranter und pluralistischer Politik auszusprechen und rechtspopulistischen Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) eine deutliche Absage zu erteilen. Das beinhaltet eine Erklärung, dass die Politik der AfD und anderer rechtspopulistischer Parteien unvereinbar mit den Zielen, dem Selbstverständnis und dem Leitbild der BSG Chemie Leipzig sind. Der Vorstand wird darüber hinaus dazu verpflichtet, im selben Atemzug vor den konkreten Gefahren zu warnen, die dem Verein, den Fans und allen anderen Menschen in Sachsen im Falle einer Regierungsbeteiligung der AfD und anderer rechter Gruppierungen drohen.

Begründung:
Am 1.9.2019 wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt in Folge dessen sich eine neue Landesregierung konstituieren soll. In praktisch allen Prognosen werden der rechtspopulistischen, in weiten Teilen auch rechtsradikalen Alternative für Deutschland (AfD) hohe Gewinne vorausgesagt, die unter Umständen eine Regierungsbildung oder -beteiligung möglich machen. Das bedeutet: Seit Ende des 2. Weltkrieges war es nie wahrscheinlicher, dass rechtsradikale Kräfte in Deutschland wieder Regierungsverantwortung übernehmen werden.
Der Verein BSG Chemie Leipzig e.V. ist nicht nur ein Fußballclub sondern eine Institution mit Verantwortung gegenüber seinen Mitgliedern und der Gesellschaft, auf deren Grundfesten er agiert. Die AfD ist für diese Grundfesten der bundesdeutschen Demokratie nachweislich eine Gefahr – was nicht zuletzt auch der Verfassungsschutz in einem 100-seitigen Gutachten festgestellt hat. Handelnde Personen der AfD treten seit Jahren mit fremdenfeindlichen, autokratisch-antidemokratischen und völkisch-nationalen Positionen auf. Rassistische und diskriminierende Entgleisungen gehören zum grundlegenden Konzept, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Vereinzelte interne Versuche, die seit jeher radikale Positionierung der Partei mehr ins bürgerliche Lager zu korrigieren, führten zu einer immer noch stärkeren Radikalisierung. Gerade auch in Sachsen. AfD-Politiker bestimmen inzwischen durch Verbreitungen bewusster Fehlinformationen fast alle Debatten. Und das nicht nur im Internet. Sie versuchen Minderheiten und Andersdenkende zu diskreditieren und zu bedrohen. Der “Lehrerpranger” der sächsischen AfD für unliebsame Pädagogen und die Aufforderung des designierten AfD-Ministerpräsidenten Tino Chruppalla, “schwarze Listen” mit Namen von angeblichen “Zersetzungsagenten” anzulegen, sind nur zwei Beispiele.
Neben den diskriminierenden und völkisch-nationalen Positionen dominiert bei der AfD und anderen rechtspopulistischen Gruppierungen vor allem ein autokratisches Verständnis von Machtausübung – wie es heute bereits in Russland oder Ungarn vorgelebt wird. Sollte die AfD künftig an der Regierung beteiligt werden, wird sich die Politik im Freistaat zweifelsfrei auch in diese Richtung entwickeln. Das dürfte nicht zuletzt konkrete Auswirkungen auf Chemie Leipzig haben – auf die Repressionen gegen die Fanszene, als auch auf die von öffentlichen Institutionen abhängige Arbeit des Vereins.
Uns ist bewusst, dass Chemie Leipzig ein Fußballverein ist und sich das Wirken von Mitgliedern und Fans in erster Linie auf den Sport konzentriert. Weil ein Verein aber eben auch eine gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und die anstehende Landtagswahl schwerwiegende Konsequenzen für die Demokratie in Sachsen haben kann, ist auch Chemie Leipzig gefordert, sich im Sinne des Antrags zu engagieren. So wie das bereits andere Vereine, Initiativen, Institutionen und Religionsgemeinschaften getan haben. Und so, wie das im Übrigen auch in der Präambel unserer Vereinssatzung steht:
“Der Verein tritt rassistischen, fremdenfeindlichen, sexistischen und homophoben Einstellungen und Bestrebungen entschieden entgegen.”

Anlage:
Download Antrag als PDF